Der Regionalflughafen Innsbruck-Kranebitten ist der größte Flughafen in Tirol und Westösterreich und befindet sich in der Höttinger Au, inmitten der Alpen. Er liegt im Westen des ca. 5 km entfernten Stadtzentrums der Landeshauptstadt Innsbruck. Der Landeanflug mit einem tollen Blick auf die umliegende Bergwelt ist atemberaubend.

Mehr als 60 verschiedene Fluggesellschaften werden pro Jahr abgefertigt. Geboten wird eine Destinationsvielfalt von ca. 50 Zielen. Neben den drei sogenannten Homecarriern Air Alps Aviation, Austrian Arrows (ehemals Tyrolean Airways) und Welcome Air gibt es weitere klassische Linienflug- und Charterfluggesellschaften, Businessflüge, Eventcharter und Segelflüge.

Die zentrale Lage des Flughafens macht ihn zur idealen Drehscheibe im Bereich der Luftfracht für Tirol, Vorarlberg, den norditalienischen und den süddeutschen Raum. Die Stadt Innsbruck, welche bereits zum dritten Mal Austragungsort der Olympischen Winterspiele war, profitiert besonders vom Wintertourismus mit seinem Incoming-Charterflugverkehr aus ganz Europa. Die Nachfrage nach Slots besonders aus dem GUS-Raum ist ungebrochen hoch. Von Mitte Dezember bis Mitte April werden mehr als die Hälfte der Passagiere generiert, d. h.  zwischen 500.000 und 600.000 Passagiere. Da die Einflugschneise über das Stadtgebiet von Innsbruck führt und die Schallwellen an den nördlichen und südlichen Berghängen reflektiert werden, hat er von 06:30 Uhr bis 20:00 Uhr die strengste Betriebszeitenregelung aller österreichischen Verkehrsflughäfen. Des Weiteren wurden vom Flughafenbetreiber lärmabhängige Flughafengebühren beschlossen.

Lage des Flughafens


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Historie

Der erste Flughafen der Stadt wurde im Jahr 1925 im Osten der Stadt, in der Reichenau eröffnet und mit ihm der Linienflugbetrieb München-Innsbruck-München aufgenommen. Es folgten weitere Linienverbindungen. Erst im Jahr 1946 wurde durch die französische Besetzungsmacht die Grundsteinlegung für den späteren Flughafen im Westen der Stadt gelegt. Zwei Jahre später, im Januar 1948 wurde der Flughafen „Innsbruck-West“ am jetzigen Standort auf der Ulfiswiese eröffnet und 1954 die Tiroler Flughafenbetriebsgesellschaft m.b.H. gegründet. Die Olympischen Winterspiele 1964 waren die erste große Bewährungsprobe. Drei Wochen nach diesen Winterspielen brachte ein Flugzeugabsturz in der Nähe des Flughafens den Flugverkehr nahezu zum Erliegen. Erst der Aufschwung im Charterflugbetrieb in den 70er Jahren leitete die Wende ein. Dieser wurde 1980 mit der Aufnahme der Strecken Innsbruck-Zürich und Innsbruck-Wien der neu gegründeten Tyrolean Airways bestärkt. Die Baulichkeiten wurden bis heute immer wieder erweitert und umgestaltet: so 1990 der Neubau des Towers, 1994 der neue Luftfrachtterminal, 1996 die umgestaltete Ankunftshalle und 2000 die neue Abflugshalle. Im Jahr 2004 wurde die Check-In-Halle erweitert sowie die Umbauarbeiten der General Aviation abgeschlossen und 2005 das ÖAMTC-Flugrettungszentrum West in Betrieb genommen. Die aufwendigste Maßnahme war das Sicherheitsprojekt  „Pistenvorfelderweiterung/Innverlegung“, welches im Jahr 2009 endlich fertig gestellt wurde. Im Jahr 2010 konnte erstmals in der Geschichte des Flughafens Innsbruck die Passagiergrenze von 1 Million Passagieren überschritten werden.

Infrastruktur

▪ Landseite

Vom Bahnhof Innsbruck geht es mit der Buslinie F innerhalb von 20 Minuten einfach und bequem direkt vor das Hauptgebäude des Flughafens. Neben einer Vielzahl an Transferunternehmen, die ausschließlich nach individueller Buchung verkehren, gibt es Linientransfers nach Südtirol und ins Ötztal. Die Autobahnen A12 und A13 sowie die Bundesstraße B171 ermöglichen nicht nur Tiroler/-innen ihre Reise aus Innsbruck anzutreten, sondern auch Passagieren aus dem benachbarten Südtirol und Bayern. Am Flughafen sind 750 Parkplätze im Freigelände sowie 750 Stellplätze im Parkhaus zu finden. Des Weiteren stehen fünf renommierte Autovermietungsfirmen zur Verfügung sowie eine Tankstelle.

▪ Terminals

Der Flughafen Innsbruck-Kranebitten punktet durch kurze Wege und Übersichtlichkeit. Er besteht aus einem Terminal, welches sich auf zwei Ebenen erstreckt. In der Multifunktionshalle im Erdgeschoss stehen den Fluggästen 18 Counter inklusive Gepäckaufgabe und drei Großgepäckcounter zum Einchecken bereit. Vereinzelte Fluggesellschaften bieten auch einen Pre-Check-In an, welcher beim Passagierdienst täglich von 08:00 Uhr bis 18:45 Uhr möglich ist. Des Weiteren sind Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe zu finden. Nach der Sicherheitskontrolle gelangt man in den im Jahr 2010 erweiterten und modernisierten Abflugbereich, wo die Gates 1 bis 8, das Cafe „Accademia del Caffe“, die Duty Free und Travel Value Shops zu finden sind. Auch der Ankunftsbereich ist auf dieser Ebene untergebracht. Im 1. Obergeschoss bietet der Flughafen eine Besucherterrasse mit Blick auf das Vorfeld und das Flughafenrestaurant „Fly Inn“. Des Weiteren sind die Gates 9 und 10, welche mit dem Abflugbereich des Erdgeschosses verbunden sind hier zu finden. Für Veranstaltungen eignet sich die große „Tirol Lounge“, ein Veranstaltungsraum mit ca. 400 qm.

▪ Luftseite

Sowohl Passagier- als auch Frachtflugzeuge starten und landen auf einer Asphaltbahn 08/26 der Tragfähigkeitsklassifikation 075 RBWT. Sie erstreckt sich auf einer Länge von 2000 Meter und einer Breite von 45 Meter in Ost-West-Ausrichtung. Die Höhendifferenz zwischen östlichem und westlichem Aufsetzpunkt beträgt plus 5 Meter. Die Lage im Inntal - einem Föhntal - erfordert von den Piloten ein besonderes An- und Abflugsverfahren. An Spitzentagen werden bis zu 17.000 Passagiere pro Tag abgefertigt. Damit nähert sich der Flughafen seiner Kapazitätsgrenze von 60 Rotationen pro Tag. Es gibt keine fixen Parkpositionen. Die Stellplätze werden je nach Bedarf gewählt. Als europäischer Vorreiter hat der Flughafen im Jahr 2011 für ca. 900.000 € eine neue, energieeffiziente Vorfeldbeleuchtung erbaut. Die Lichtquellen sind LEDs, welche auf Masten in einer Höhe von 13,5 m bis 21 m angebracht wurden.

Zahlen und Fakten

Der Flughafen Innsbruck-Kranebitten ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber. Er zählt mehr als 1.300 Beschäftigte am Standort. 156 Mitarbeiter sind direkt bei der Tiroler Flughafenbetriebsgesellschaft m.b.H. beschäftigt. Das Jahr 2011 war von einem insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Umfeld gekennzeichnet und ging auch am Tiroler Flughafen nicht spurlos vorüber. Seinen Rekord im Jahr 2010 von 1.033.512 Passagieren hatte er im Jahr 2011 knapp verpasst. Es wurden nur 997.020 Passagiere im Linien- und Charterverkehr abgefertigt. Auch bei den Flugbewegungen mussten Einbußen von minus 12% und bei der Fracht sogar Abweichungen von minus 17% gegenüber dem Vorjahr hingenommen werden. Von den gesamt 44.365 Flugbewegungen entfallen nur 13.505 auf den Linien- und Charterverkehr und der Rest auf die allgemeine Luftfahrt und den Bedarfsverkehr. Deutlich zu erkennen ist, dass die Fracht nicht nur über die Start- und Landebahn abgewickelt wird. Von den gesamt 2,8 Mio. kg Fracht entfallen nur 371.589 kg auf den Lufttransport. Der Großteil wird per Landweg von der 100%-igen Tochtergesellschaft ILUG Innsbrucker Luftfrachtumschlagsgesellschaft m.b.H. übernommen. Das Rekordbetriebsergebnis von 4,1 Mio. Euro im Jahr 2010 sollte allerdings im Jahr 2011 laut Flughafendirektor Mag. Reinhold Falch gegenüber Aero International übertroffen werden: „Wir werden das beste Ergebnis seit Bestehen des Flughafens einfahren“. Und das obwohl sich Niki auf der Wien-Strecke zurückzog und auch Welcome Air nahezu alle Linienflüge einstellte.

Flughafen Innsbruck

gegründet 1925  Passagiere 997.020 
IATA-Code INN  Flugbewegungen 44.365 
Flughafengesellschaft Tiroler  Flughafenbetriebs-  gesellschaft m.b.H.  Luftfracht in Tonnen 371 
Fläche  ca. 130 ha  Umsatz Gesamt 31,5 Mio. 
Höhe uber NN 581 m  Umsatz Aviation 22,5 Mio. 
Entfernung Innsbruck 5 km  Umsatz Non-Aviation 8,9 Mio. 
Betriebszeiten 06:30 – 20:00 Uhr  Ergebnis 4,2 Mio. 
Start- und Landebahnen

08/26: 2.000 m x  45  m 

Asphalt 
Anzahl Mitarbeiter

156 bei der Tiroler  Flughafenbetriebsgesellschaft  m.b.H. 

1.300 am Standort Flughafen 
 
Terminals    

Weiterführende Informationen

Chraust, D. T. (2011). Flughafen Innsbruck: Von den Anfängen bis 2010. Innsbruck.

INNSBRUCK - Rekordjahr. (Februar 2012). Aero International, S. 17.

INNSBRUCK - Russen-Verkehr. (Dezember 2011). Aero International, S. 13.

INNSBRUCK - Winterausblick. (August 2011). Aero International, S. 18.

Rothfischer, B. (2011). Flughäfen der Welt. München: GeraMond Verlag.

Tiroler Flughafenbetriebsgesellschaft m.b.H. (2012). DestINNation. Innsbruck: Tiroler Flughafenbetriebsgesellschaft m.b.H.

http://www.innsbruck-airport.com/

http://www.flughafen-innsbruck.at/

http://www.aviator.at/airport/1lowi.htm

http://www.worldaerodata.com/wad.cgi?id=AU49706

http://www.innsbruck-airport.com/media/16356/Jahresstatistik_2011.pdf

http://www.innsbruck-airport.com/media/16356/Flughafen_Geschaeftsbericht_2010_ANSICHT.pdf

Autor: Verena Weigl