Es gibt nach Porter drei Strategieoptionen in Bezug auf den Wettbewerb, die Kostenführerschaft, die Differenzierung und die Konzentration auf einen Schwerpunkt. Es ist wichtig, dass sich eine Strategie in eine dieser drei Richtungen entwickelt, da das Unternehmen, in diesem Fall der Flughafen, sonst zwischen den Stühlen sitzt was zu einer niedrigeren Rentabilität und Gewinneinbußen führt. Außerdem zeigt diese Seite wie die Wettbewerbssitution im Bereich der Flughäfen aussieht.


Strategie

Die Strategie der Kostenführerschaft zielt darauf ab, die Kosten kleiner als jeder andere Wettbewerber zu halten und durch Skaleneffekte hohe Gewinne zu erzielen. Sie wird in der Flughafenbranche durch Faktoren wie den festen Standort und fehlende Skaleneffekte ab etwa drei Millionen Passagieren jährlich gehemmt. Auch die Tatsache, dass vor allem im luftverkehrsbezogenen Bereich aufgrund einer vorgeschriebenen Ausstattung, die hohe Fixkosten mit sich bringt, kaum Einsparungen möglich sind, spricht gegen diese Strategieoption. Des Weiteren besteht die Frage, inwiefern eine Kostenführerschaft für Flughäfen notwendig ist, da sie teilweise subventioniert werden, wenn sie in staatlichem Besitz sind. Dennoch wird als Merkmal eines Billig-Flughafens eine effiziente Kostenstruktur genannt, was für die Strategie der Kostenführerschaft spricht.
Die Differenzierungsstrategie beabsichtigt, etwas Einzigartiges zu schaffen. Dadurch werden Kunden an die Marke gebunden und ihre Preissensibilität wird gesenkt. In der Flughafenbranche sind Beispiele für solche Alleinstellungsmerkmale die Lage eines Flughafens im Stadtzentrum und somit die Nähe zur urbanen Bevölkerung, eine Flughafengestaltung, die besonders schnelle Transferprozesse ermöglicht, oder eine 24-Stunden-Betriebserlaubnis. Auch die Terminalgestaltung mit einer bevorzugten Behandlung von Passagieren höherer Beförderungsklassen, wie man sie meist an größeren Flughäfen vorfindet, kann ein Differenzierungsmerkmal darstellen.
Eine bestimmte Abnehmergruppe, ein spezieller Teil des Produktprogramms oder ein geographisch abgegrenzter Markt können die Schwerpunkte sein auf die man sich bei der Nischenstrategie konzentriert. Dies führt schlussendlich wieder zu einer Differenzierung oder Kosteneinsparung, wenn auch nicht auf dem gesamten Markt sondern nur in einer Marktnische.  Im Flughafenbereich stellt bspw. ein bestimmter Typ von Fluggesellschaft eine Nische dar. Ein weiteres Beispiel ist die Bedienung eines speziellen geographischen Gebiets, zu dem kein anderer Flughafen Verbindungen anbietet.

Einordnung der Flughafentypen nach Strategieoptionen

  • Hub-Flughäfen können der Differenzierungsstrategie zugeordnet werden. Man kann in diesem Zusammenhang von einer Differenzierung durch Leistungsmerkmale in Form einer schnellen und komfortablen Anreise, der Ausstattung der Terminals sowie der technischen Ausstattung und dem Angebot ergänzender Dienstleistungen für Fluggesellschaften, sprechen. Eine bessere Differenzierung wird durch ein eigenes Alleinstellungsmerkmal erreicht. Dies gelingt bspw. dem Flughafen Helsinki-Vantaa, der durch seine geographische Lage in Verbindung mit seiner mittleren Größe schnellere Verbindungen zwischen Europa und Asien bieten kann, als das anderen europäischen Hubs, oder Hubs in der Golfregion möglich ist.
  • Die hybriden Flughäfen können einer geographischen Nischenstrategie zugeordnet werden. Sie haben, verglichen mit den anderen Flughafentypen, ein kleines Einzugsgebiet, weisen aber durch den Mix an Fluggesellschaften und durch ihre Zubringerverkehre ein breites Angebotsspektrum auf.
  • Billig-Flughäfen verfolgen ebenfalls eine Nischenstrategie. Sie spezialisieren sich auf einen bestimmten Typ von Fluggesellschaft: die Billigfluggesellschaften. Die Tendenz geht hierbei zur Kostenführerschaft, da die Billigfluggesellschaften geringere Flughafengebühren verlangen und die Flughäfen gezwungen sind, möglichst hohe Kosteneinsparungen zu vorzunehmen.

Wettbewerb

 

Für Flughäfen, wie auch für andere Unternehmen, ist es wichig ihre Wettbewerber zu identifiezieren, um diese analysieren und herauszufinden wie sie ihr einenes Handeln beeinflussen. Es kann grundsätzlich zwischen bereits existierenden und potentiellen Wettbewerbern unterscheiden. Bestehende Flughäfen stellen erstere dar. Potentielle Konkurrenten sind neue Flughäfen oder Substituionsprodukte in Form von anderen Transportmitteln.

Wettbewerbssituation zwischen den Flughäfen

  • Hub-Flughäfen konkurrieren untereinander um Transferoperationen. Da der Großteil der Kunden Transferpassagiere sind, ist dieser Anteil unberechenbar und stark abhängig von der Wahl der Fluggesellschaft. Da es den Passagieren normalerweise egal ist, an welchem Flughafen sie umsteigen, entsteht so ein Wettbewerb auch zwischen geographisch weiter voneinander entfernt gelegenen Flughäfen. Weitere Wettbewerber von Hub-Flughäfen sind, unabhängig von der Strategie, andere Flughäfen deren Einzugsgebiet sich mit dem des Hub-Flughafens überschneidet. Dabei spielen die angebotenen Destinationen sowie die Besitzverhältnisse der Flughäfen eine Rolle. Erstere sind insofern relevant, als dass Passagiere eine spezielle Destination im Sinn haben. Bietet ein Flughafen in der Nähe auch Flüge dorthin an, besteht die Möglichkeit, dass der Passagier sich für den anderen Flughafen entscheidet. Die Besitzverhältnisse sind wichtig, denn verfügt eine Gesellschaft über zwei Flughäfen in einem Einzugsgebiet, ist der Wettbewerb untereinander geringer, als wenn es verschiedene Eigentümer sind. Vor allem Billig-Flughäfen sind eine ernstzunehmende Konkurrenz für Hub-Flughäfen, da sie sowohl den Fluggesellschaften durch geringere Preise und ggf. langfristige Verträge als auch Passagieren, z.B. durch geringere Verspätungen und kürzere Laufwege, Vorteile bieten. Andere denkbare Wettbewerber sind neue Flughäfen. Die potentielle Gefahr durch diese ist allerdings gering, da die Markteintrittsbarrieren durch hohe Infrastrukturkosten sowie lange Planungs- und Genehmigungsprozesse sehr hoch sind.
  • Da die hybriden Flughäfen eine geographische Nischenstrategie verfolgen und somit ein relativ kleines Einzugsgebiet haben, sind ihre Hauptwettbewerber Flughäfen mit denen sich das Einzugsgebiet überschneidet. Wie auch bei den Hub-Flughäfen, ist die Intensität des Wettbewerbs abhängig von den angebotenen Destinationen und den Besitzverhältnissen des Flughafens. Als Substitutionsprodukt sind Hochgeschwindigkeitszugverbindungen eine zusätzliche Konkurrenz. Sie können Kurzstreckendestinationen ersetzen. Auch neue Flughäfen stellen mögliche Wettbewerber dar, auch wenn wie bereits beschrieben die Markteintrittsbarrieren sehr hoch sind.
  • Wie bei den hybriden Flughäfen sind die Hauptkonkurrenten von Billig-Flughäfen, Flughäfen mit sich überschneidendem Einzugsgebiet. Die Intensität des Wettbewerbs ist dabei ebenfalls abhängig von den angebotenen Destinationen und den Besitzverhältnissen. Außerdem stellen Hochgeschwindigkeitsbahnen und neue Flughäfen potentielle Wettbewerber dar.

Autorin: Marina Strobel