Übergewicht und Flugzeug - das passt nicht zusammen. Diese schmerzliche Erfahrung mussten kürzlich zehn indische Flugbegleiterinnen der indischen Fluggesellschaft Air India machen.

Die indischen Flugbegleiterinnen, die wegen ihres Übergewichts zunächst als Bodenpersonal eingesetzt worden waren, hatten genügend Zeit bekommen um abzunehmen und so den Fitness-Anforderungen der Air India wieder zu entsprechen. Die zehn Flugbegleiterinnen hatten dies jedoch nicht getan und wollten gleichzeitig nicht dauerhaft als Bodenpersonal arbeiten. Daher sah sich Air India gezwungen die widerwilligen Flugbegleiterinnen zu entlassen.

Der Anwalt der Damen hat daher nun beim Obersten Gerichtshof Beschwerde eingelegt. Ob sie damit durchkommen werden ist fraglich. Hatte das Gericht erst vergangenes Jahr Air India das Recht zugesprochen, übergewichtige Flugbegleiterinnen anderweitig einzusetzen. Grund für diese Entscheidung: Die Konkurrenzfähigkeit der ehemals staatlichen Fluggesellschaft Air India zu stärken. Seit der Zulassung privatwirtschaftlicher Fluggesellschaften, wie beispielsweise Kingfisher oder Jet Airways, die damit werben, die schönsten Flugbegleiterinnen zu haben, steht Air India unter großem Druck.
Die Grenze für Übergewicht bei Air India liegt für eine 18-jährige, die 152 Zentimeter groß ist, bei 50 Kilogramm, bei einer 26-jährigen gleicher Körpergröße bei 56 Kilogramm.

Probleme mit Übergewicht haben auch die kanadischen Fluggesellschaften. Fettleibige Flugpassagiere dürfen nun zwei Sitze in Anspruch nehmen - obwohl sie nur einen bezahlt haben. Lassen sich die Armlehnen des Sitzes nicht mehr schließen müssen zwei Sitze von dem übergewichtigen Passagier belegt werden. Grundlage dieses neuen Anspruches ist die Wertung des Obersten Gerichtshofes in Ottawa, der Fettleibigkeit als "funktionelle Behinderung" ansieht. Die grösste Fluggesellschaft Kanadas, Air Canada, beziffert die durch diese neue Regelung entstehenden Kosten auf rund 3,8 Mill. Euro.